Orlando

Donnerstag, 27.04.2017

Ausflug nach Winter Park
Orlando  -  das Alternativprogramm

Orlando ist riesig, völlig zersiedelt, unübersichtlich und scheint nur aus Attraktionen, Hotels und Restaurants zu bestehen. Uns steht der Sinn nach etwas anderem. Nach dem anstrengenden Tag gestern kommen wir heute etwas später in die Gänge. Schließlich machen wir uns auf den Weg nach Winter Park, eine Art Vorort von Orlando.

Die Gegensätze könnten nicht größer sein. Kaum haben wir die Autobahn verlassen fahren wir durch ein hübsches, wohlhabendes kleines Städtchen mit viel Grün und umliegenden Seen.

Wir kommen gerade noch rechtzeitig zur 13.00 Uhr Bootstour über drei der fünf umliegenden Seen. Laut unseres Kaptitäns ist es die älteste Bootstourfirma in den USA. Wir schippern gemächlich über die Seen, werden über Land, Leute, Flora und Fauna und natürlich über die Immobilienpreise informiert und genießen die von unserem Reiseführer empfohlene einstündige Tour.
Die Seen sind durch teilweise sehr enge künstliche Kanäle verbunden
Hier gibt es immer wieder Spanish Moss in den Bäumen zu bewundern
Ein einzelnes Bäumchen mitten im See
Anschließend bummeln wir über die Hauptstraße. Es ist wieder sehr heiß und wir genehmigen uns einen frozen strawberry smoothie. Später teilen wir uns noch eine Pommes in einem Burgerladen. Für mehr reicht der Hunger nicht.

Seit mehreren Tagen trage ich 24 fertig geschriebene Postkarten mit mir herum. Es war schon seit Tagen kein Briefkasten in Sicht. Aber dieses beschauliche Städtchen hat bestimmt ein Post Office. Google Maps und dem freien WLan einer bekannten Modekette sei Dank weiß ich jetzt auch wo es ist. Auf dem Weg dorthin kommen wir an dem Minimuseum (ein einzelner großer Raum) der örtlichen historischen Gesellschaft vorbei. Das Museum informiert über die Zeit von 1942 bis 1945, als die USA in den 2. Weltkrieg eintrat. An zahlreichen Exponaten wird erklärt, wie der Krieg das Leben der Bevölkerung verändert hat (und das M&Ms erfunden wurden, damit auch die US Soldaten an tropischen und subtropischen Standorten Schokolade essen konnten, ohne dass sie schon vorher schmilzt).

Die Dame, die die Aufsicht führt ist sehr freundlich und wir plaudern ein wenig. Sie empfiehlt uns noch das Morse Museum, das allerdings bereits um 16.00 Uhr schließen würde. Wir bringen erstmal die Karten zur Post und beschließen dann, zumindest dem Museumsshop des Morse Museums einen Besuch abzustatten, wenn die Zeit für das ganze Museum zu knapp ist. Um kurz vor 16.00 Uhr betreten wir das Museum. Von einer ebenso freundlichen Mitarbeiterin werden darüber informiert, dass das Museum erst um 17.00 Uhr schließt und die letzte Stunde auch keinen Eintritt kostet. Da sagen wir nicht nein. Wir bekommen noch einen kleinen Aufkleber auf T-Shirt geklebt und dann kann es losgehen.

Das Morse Museum beherbergt die Kunstsammlung der Familie McKean. Unter anderem sind sehr viele Werke aus der Werkstatt von Louis Comfort Tiffany (1848–1933) zu sehen. Wie schauen uns alles an und verlassen dann um 17.00 Uhr das Museum und wenig später auch Winter Park.
Hier gibt es alles mögliche von Tiffany: Lampen...
Vasen...
noch mehr Lampen...
selbst eine Kapelle gestaltet von Tiffany gibt es hier im Museum
Auf dem Weg zurück fällt uns an der Autobahn wieder das Gebäude auf, dass aussieht wie das römische Kolosseum, nur kleiner. Ein Hinweisschild hält die Lösung parat, es handelt sich um den christlichen Vergnügungspark „Holy Land Experience“.

Da man bei Walmart alles zurückgeben kann, was einem nicht gefällt, geben wir diesmal unsere Kühlbox dort wieder ab anstatt sie wie sonst im Hotel oder am Flughafen auszusetzen. Sie wird ohne Fragen zurückgenommen und Steffen bekommt den Kaufpreis von ca. $20 auf seine Kreditkarte erstattet. Anschließend kann ich mich nicht zurückhalten und besuche den örtlichen Michaels arts und crafts. Danach fahren wir ins Outback Steakhaus. Es soll ein schönes Florida Abschiedsessen werden. Es ist unser vierter Besuch bei dieser Kette und dafür bekommen wir dank dem Treueprogramm Dine Rewards 50% Nachlaß.

Der Host möchte uns an einen hohen Tisch mit Barhockern plazieren. Wir möchten diesen Tisch nicht und bitten um einen anderen mit normalen Stühlen. Zur Strafe bekommen wir den Tisch direkt am Küchenausgang, wo ständig die Kellner rein und raus sausen und man den Küchenlärm hören kann.

Wir brauchen dann etwas länger beim Aussuchen der Speisen, offensichtlich haben wir damit schon unser Zeitkontingent fast ausgeschöpft. Denn wir haben unsere Vorspeisen erst zu 2/3 aufgegessen, da kommt schon der Hauptgang. Noch während wir den Hauptgang essen, wird der Dessertwunsch abgefragt. Als wir kein Dessert bestellen haben wir die Rechnung schon auf dem Tisch. Das ist selbst für amerikanische Verhältnisse sehr flott. Leider ist diesmal auch das Essen nicht so lecker wie gewohnt. Die Speisen sind stark überwürzt.

Im Hotel erwartet uns eine Überraschung. Irgendein Witzbold hat ein „Nicht Stören“ Schild an unsere Tür gehängt. Somit waren die Zimmermädchen nicht da. Das macht hier jedoch keinen großen Unterschied, aber wir hätten gerne frische und trockene Handtücher für morgen früh. Die Rezeption ist geschlossen aber es gibt einen Nachtschalter hinter einer Sicherheitsscheibe. Ich erkläre das Problem, der Mitarbeiter zuckt nur mit den Schultern und quetscht dann zwei Badetücher durch die kleine Öffnung in der Scheibe. Was ist hier nachts los, wenn man sich so einschließen muss?

Wir machen noch unser Gepäck flugtauglich und gehen dann ins Bett.